Tattoo Regulierungen 2022

Kaum nähert sich Corona dem Ende zu, wird die Tattooszene vom nächsten Schlag getroffen: Durch die Änderung der EU-Chemikalien Verordnung REACH sind seit dem 4. Januar 2022 viele Tattoofarben verboten. 

Was genau das für die Tattoostudios, aber auch für alle anderen Tattooliebhaber*innen bedeutet, erfahrt ihr auf dieser Seite. 

 

Keine farbenfrohe Zukunft? 

 

Was ist die REACH Verordnung?

Bei REACH handelt es sich um eine Verordnung der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) der Europäischen Union. Somit gilt sie in der gesamten EU und damit auch in Deutschland. Die Buchstaben stehen dabei für Registration (Registrierung), Evaluation (Bewertung), Authorisation (Zulassung) chemischer Stoffe. Die Verordnung soll Schutz für die menschliche Gesundheit und Umwelt vor Risiken, die durch Chemikalien bestehen, bieten. 

Welche Konsequenzen hat die Verordnung?

Durch die Verordnung wurden circa zwei Drittel der bis dato erlaubten Tattoofarben verboten, da sie laut ECHA gefährliche Stoffe enthalten. Diese könnten zu Hautallergien oder sogar Krebs führen. Besonders zwei wichtige Farbpigmente –  Blau und Grün – stehen im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein und werden ab 2023 verboten. In Haarfärbemitteln dürfen sie bereits seit längerem nicht verwendet werden. 

Was bedeutet das für Tattoo Studios und Liebhaber*innen? 

Der Wegfall von vielen Tattoofarben bedeutet für die meisten Tattoostudios und Liebhaber*innen Ungewissheit. Es ist unklar, wann die Tattoofarben-Hersteller neue und in Zukunft erlaubte Farben entwickeln. Die Befürchtung ist daher, dass Tattoo-Liebhaber*innen sich in nächster Zeit außerhalb der EU tätowieren lassen werden, wenn sie bunte Tattoos haben möchten. Kritik kommt vom Bundesverband Tattoo vor allem wegen der Kurzfristigkeit des Verbots und „mangelnder aussagekräftiger Studiendaten“ auf. 

Welche Alternativen gibt es?

Es soll bereits Tattoofarben-Alternativen geben, jedoch möchten viele Tattoostudios auf ihre bisher bekannten Hersteller setzen und warten auf neue Farben. Auch wurde eine Petition gestartet, denn was auf der Haut schädlich sein kann, muss laut Tätowierer*innen nicht unbedingt unter der Haut gefährlich sein. Es wird sich zeigen, wie erfolgreich diese verlaufen wird.